Ihr Lieben,

still ist es hier auf Elli’s Iland, und das obwohl ich zumindest theoretisch weniger zu tun habe als sonst: Seit 10 Tagen habe ich nämlich nur ein Kind zu versorgen. Meine Helen ist mit den Großeltern auf großer Reise. Für zwei Wochen!

Wer sich jetzt denkt: „Hach wie schön für Kind und Mama“ hat absolut recht und mein Hirn weiß das auch, aber ich sag euch: Mein Herz blutet. Im Maximum hat Helen mal eine Nacht woanders geschlafen, meine längste Dienstreise ging über vier Tage, da wusste ich die Maus aber zuhause bei Papa.

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Die Reise steht schon lange fest und ich habe schon vor Monaten meine Zustimmung gegeben. Meine Eltern planen mit jedem ihrer vier Enkel vor der Einschulung eine gemeinsame Reise. Eine wundervolle Idee und für die Kinder eine so schöne Erfahrung. Als der Termin noch in weiter Entfernung lag, bin ich mit dem Gedanken noch relativ locker umgegangen, doch je näher er rückte, umso nervöser wurde ich. Am Tag vor der Abreise, der gepackte Koffer stand schon hier, saß ich dann nur noch schluchzend auf der Coach, zwei verunsicherte Kinder um mich herum und mein Papa, der mir lieberweise sein Verständnis versicherte und mir nochmal hundert Mal versprochen hat, gut auf mein Herz aufzupassen. Ich weiß auch, dass das nicht gerade pädagogisch wertvoll ist, besonders vor Helen so zu weinen, aber geplant war das nicht. Ich war einfach kurz vorm Zusammenbruch. Schniefend habe ich ihr versichert, wie sehr ich mich für sie freue und wie toll die Reise sein wird.

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Als sie dann weg war ging es mir erst etwas besser und von Tag zu Tag gewöhnte ich mich mehr daran. Per What’s App und Telefon wurde ich ja ständig mit schönen Geschichten und Momenten versorgt. Nach ca. 1 Woche Trennung startete dann aber dieses Ziehen im Bauch, die große Sehnsucht, wie wenn man frisch verliebt ist. Mittwoch kommt mein Baby wieder und ich bin so voller Vorfreude und kann es kaum erwarten.

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Wie ist das also so mit Einzelkind, hier zuhause? Es gibt Situationen, da ist es tatsächlich einfacher, nur mit einem Kind. Dazu gehören diese alltäglichen Dinge: Nur ein Kind anziehen, nur eins ins Auto verfrachten, nur eins zum Zähneputzen überreden, nur mit einem beim Einkaufen diskutieren. Plötzlich sind wir Erwachsenen nochmal in der Überzahl.  Ich kann mich Mittags einfach mal mit dem kleinen Kerl hinlegen oder mich mit ihm in die Wanne setzen, wenn er es sich wünscht, denn sonst ist niemand im Haus, der zu beaufsichtigen ist. Keine große Schwester und auch keine fünf Nachbarskinder.

Aber mir ist auch deutlich geworden, wieviel Helen uns abnimmt. Wie oft sie auf ihren kleinen Bruder aufpasst, sich mit ihm beschäftigt. Jetzt sind wir Tristans Spielpartner, wenn er in den Garten will, gehen wir mit. Wenn er nicht alleine schlafe will, müssen wir uns zu ihm legen. Freitag waren wir auf einer Hochzeit und einer von uns beiden war permanent mit Tristan irgendwo abseits unterwegs – eine typische Situation, wo Helen sonst auf ihren Bruder aufpasst, bzw. gemeinsam mit ihm die Umgebung unsicher macht.

Und so sehr ich mir auch manchmal ein wenig mehr Ruhe wünsche, so freue ich mich doch unbändig auf den permanenten Krach und die doppelte Freude, wenn mein Mädchen wieder da ist.

Ihr seht sie hier übrigens in einer „Sandkastenliebe“ von Lotte & Ludwig“. Das märchenhafte Kleid besteht aus einem Jersey-Unterkleid mit breitem und weit schwingenden Rockteil und einer Schürze aus Webware, hier genäht aus einem leichten Musselin von Stoffwelten. Helen hat sich stilsicher die Kombi genau so gewünscht und hat damit schon bei einer Hochzeit als Blumenmädchen geglänzt.

Bis bald ihr Lieben, eure vor Vorfreude platzende Elli

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Verlinkt bei Kiddikram und Nähzeit am Wochenende

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