Ihr Lieben,

fast eine Woche habe ich gebraucht, das letzte Wochenende zu verarbeiten und nun für euch zu verbloggen. Erst mal war ich einfach nur überwältigt und viel mehr als „schön war’s“ ging nicht. Jetzt bin ich so weit und will euch gerne ein paar mehr Details da lassen.

Warum Hedi-Nähcamp?

Nina’s (alias Hedinäht) schöne und anfängertaugliche Schnittmuster begleiten mich schon, seit ich mit dem Klamotten nähen angefangen habe. Außerdem bin ich aber über ihren Blog auf das Ernährungsprogramm „Belly & Mind“ aufmerksam geworden, an dem ich seit dem 1.Mai diesen Jahres teilnehme. In der B&M Facebookgruppe schrieb dann eine andere Teilnehmerin, die liebe Annika, sie habe spontan ein Viererappartement für das Nähcamp in Neuharlingersiel gebucht (von dem ich bis dato natürlich nichts mitbekommen hatte) und suche noch Mitreisende. Ich war gerade mit der Familie im Freibad, als ich den Aufruf las.  Flott habe ich mir das Okay von Tobias geholt, der schon lange meinte, ich solle doch mal ein Wochenende die Seele baumeln lassen.  Spontan habe ich also Annika zugesagt, dass ich mitfahre. Was sollte schon groß schief gehen: Ich kannte zwar keinen persönlich, aber doch ein paar Mädels zumindest virtuell aus der Ernährungsgruppe und immerhin haben wir alle die gleiche große Leidenschaft: Das Nähen.

Nina hatte ursprünglich nur ein Treffen mit ihren Probenäherinnen vorgesehen, woraus im Laufe der Planung dann ein Nähevent mit etwa 55 Begeisterten wurde.

Hier ein Foto unseres Viereappartments, gemeinsam mit Nina Verhoeven, also alle 5 Belly & Mind-Girls vereint.

5bellys(Foto von Nina Verhoeven)

Die Anreise:

Freitag morgens um viertel vor zehn hatte ich endlich mein Auto getankt und mit zwei Maschinen, Bergen von Stoff, Schnittmustern und Nähzubehör bepackt. Zwei heulende Kinder und meinen besten Mann, der sich extra Urlaub genommen hatte, zurücklassend (keine Sorge, der Abschiedsschmerz der Mäuse dauerte wohl nur bis ich hinter der ersten Kurve verschwunden war), habe ich dann Silke angerufen. Sie ist die dritte im Bunde aus unserem Viererappartment, und ich habe sie bei Münster abgeholt.  Ein bisschen aufgeregt war ich schon, kurz bevor ich am vereinbarten Treffpunkt war, immerhin hatten wir uns noch nie gesehen. Völlig unbegründet. Nach 10 Minuten waren wir uns so vertraut, als würden wir uns lange kennen und haben ununterbrochen gequatscht. Sie war auch erleichtert, dass ich weder absoluter Verkehrs-Rowdy noch Pinkelpausen-Feind bin. Am Ziel angekommen haben wir verblüfft festgestellt, dass wir vergessen haben, das Radio anzustellen. Ein gutes Zeichen!

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Einrichten in Neuharlingersiel

Das Nähcamp fand in der Jugendherberge in Neuharlingersiel statt. Wer jetzt an harte Stockbetten und muffige, kalte Gänge denkt, liegt falsch, denn dies ist die erste Clubjugendherberge Deutschlands und mehr Hotel oder Ferienanlage als viele, die sich so schimpfen dürfen. Die ehemalige Mutter-Kind-Klinik hat gemütlich und modern eingerichtete Zimmer, alle mit eigenem Bad, bequeme Einzel- oder Ehebetten, Fernseher, Handtücher, Seife etc. gehören zur Ausstattung. Unser Appartment mit zwei Doppelzimmern lag im Haupthaus, alternativ kann man aber auch in Bungalows am großzügigen Außengelände, gediegen mit Kaminzimmer, nächtigen.

Außerdem gibt es Kinderbetreuung, einen Wellnessbereich, verschiedene Cafés, jede Menge Sportmöglichkeiten und und und. Definitiv werde ich mal mit der Familie dort hin fahren!

Silke und ich haben also erst mal staunend unser Zimmer bezogen und wurden dann am Naehcamp-Stand begrüßt und eingewiesen. Mit Bollerwagen bewaffnet haben wir das Auto ausgeladen und unsere Nähplätze eingerichtet. Im Vorfeld konnte man sich bereits für einen von vier Nähräumen entscheiden, aufgrund von einer Umplanung wurde unser Raum verlegt und wir 12 wurden nochmal auf zwei nebeneinanderliegende Räume aufgeteilt. Wir fanden es schade, da doch der Reiz eines Nähcamps gerade die bunte Mischung an Leuten ist und so haben wir kurzentschlossen umgebaut. Ein Nähraum wurde zum Zuschneide- und Bügelraum sowie Warenlager, genäht wurde mit allen zusammen im anderen Raum. Statt zu Nähen haben wir also Freitag gequasselt, geplant, Kaffee getrunken, Tische gerückt, Maschinen und Stoffe bewundert und versucht, uns Namen zu merken. Hier Sylvias entzückender Versuch, eine Übersicht über Namen und Social Media Kanäle zu bekommen 🙂

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Um 18 Uhr ging es dann zum ersten Abendessen – habe ich schon erwähnt, dass die Jugendherberge auch noch all inclusive-Verpflegung bietet? Sehr lecker und vielseitig und absolut LOGI-tauglich!

Come together

Freitag Abend haben wir uns dann mit allen im Teehaus getroffen und erst mal wieder nur gequasselt.

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Nach einer kurzen Begrüßung durch die „Chefin“ und die Jugendherbergsleiterin, hat uns Nina dann wahnsinnig tolle Goodiebags überreicht. Vielen Dank nochmal allen Sponsoren: Albstoffe, die jedem unfassbare 2 m des neuen Designs geschenkt haben – und jaaa ich habe den KnitKnit in Beige :), Hamburger LiebebyGraziela, Snaply, Jolijou, Glücksmarie und Alles für Selbermacher. Die liebe Sandra hat mir dann doch tatsächlich noch ihren Apfelstoff (von Albstoffe) vermacht, weil der so fantastisch zu meinem geplanten Nähprojekt passte. Dafür hat sie meinen Teller im byGraziela-Design bekommen, der deshalb auch nicht am Foto gelandet ist.

DSC_0193.jpg Und sie darf sich auf ein schönes Päckchen freuen, weil ich es von ihr so unglaublich nett und selbstlos fand, mir einfach den Stoff zu schenken.
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Manche Mädels haben den Abend dann tatsächlich noch mit Nähen angefangen, unser Nähraum hat sich geschlossen für Cocktails und Rotwein ausgesprochen, erst im Seecafé, dann im „Ruheraum“, in dem es Freitag Nacht dann nicht ganz so ruhig zuging.

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Wie wir dann tief in der Nacht über den Gang kichernd in unsere Zimmer geschlichen sind, kam ich mir ein bisschen vor wie als Teenager auf  Klassenfahrt. Die Nacht im Ehebett mit Silke war dann auch noch wunderbar ruhig und entspannend, was nicht selbstverständlich ist – ich sag ja, wie alte Freundinnen, unglaublich.

Samstag-Nähtag

Da wir ja nicht nur zum Weintrinken und quatschen die weite Anreise auf uns genommen haben, saßen wir Samstag morgen um acht dann geschlossen beim Frühstück, bevor wir richtig losgelegt haben. Es sind so viele tolle Werke entstanden und ich habe wahnsinnig tolle Anregungen bekommen – die To-Sew-Liste ist nochmal gewachsen.

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In unserem Nähraum hatten sich dann gleich drei Mädels das Projekt „Wir füttern uns eine Frau Ava“ vorgenommen. Frau Ava ist ein Oversizemantel, der eigentlich nicht als „echte“ Winterjacke, sondern eher als lässiger Kurzmantel für drinnen oder bei moderaten Temperaturen für draußen konzipiert ist. Dementsprechend git es auch keine Anleitung, den Mantel zu füttern, umso schöner, gleich zu dritt mit diesem Vorhaben zu sein.

Tatsächlich haben wir es alle drei auf unterschiedliche Weise gelöst und alle drei sind – nach einigem Trial and Error, Fluchen, Lachen, Auftrennen und Nachbessern gelungen.  Aber  es gibt eine Gemeinsamkeit unserer Mäntel: Wir alle haben wunderbare, winterwarme, schicke und „prüfenden Nähmädel-Blicken standhaltenden“ Frau Avas gezaubert.

naehcamp-18naehcamp-16Stolz….

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Dass ich dabei meine treue Nähmaschine beim zwanghaften Nähen durch 4 Schichten Walk und 2 Schichten Futter außer Gefecht gesetzt habe, wollte ich eigentlich nicht erwähnen, aber es gehört wohl auch zum Wochenende. Danke Silke, dass du mich trotz dieser Aktion das restliche Wochenende an deine heilige Pfaff gelassen hast, du bist die Beste. Mittlerweile hat mein Mann mein Maschinchen übrigens wieder repariert.

Für meinen Mantel habe ich einen Wollwalk in Himbeere von EvLi’s Needle als Außenstoff gewählt, gefüttert mit einem flauschigen Teddyfleece von Finemine’s kleine Welt.

Ich bestelle so gerne bei Evli’s Needle, weil die Päckchen so wahnsinnig liebevoll gepackt werden und immer noch eine kleine Überrasching beiliegt. Bei der Walk-Bestellung lagen die 4 farblich passenden Herzknöpfe bei, die im Gemeinschaftsprojekt ihren Weg an Taschen und Revers des Mantels gefunden haben. Aber meine Frau Ava ist defnitiv einen eigenen Blogpost wert, vielleicht schaffe ich es ja Donnerstag mal damit zu RUMS.

Nachmittags um 4 gab es dann den ersten Prosecco, der aber unsere Motivation weiterzunähen, nicht gebrochen hat.

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Bis nachts um eins haben wir, unterbrochen von Essen, Wein im Seecafé und diversen Ausflügen in die anderen Nähräume, gewerkelt.

Ich habe neben meinem Mantel noch zwei Shirts, einen Schal, Handstulpen und eine Jeggins genäht, die ich euch nach und nach zeigen werde.

Sonntag- oder: viel zu kurz

Bis Mittags haben wir noch ein paar Teile genäht und unser Chaos feinsäuberlich in Kisten und wieder in den Autos verstaut. Wir waren richtig wehmütig, als wir uns trennen mussten und haben uns versprochen, uns irgendwie nochmal zu organisieren und zum Nähen zu treffen.

Der harte Kern, Sonntag Mittag: naehcamp-13

Die liebe Gesa, PR-Leiterin und neben „Hedi“ Hauptorganisatorin des Events, würde uns bei der Suche nach einer Location auf jeden Fall unterstützen! Auch an sie nochmal vielen Dank für die tolle und liebevolle Organisation.

Nach einem kurzen Abstecher an den Nordseestrand sind Silke und ich dann Richtung Heimat gefahren – wieder ohne Radio, was soll ich sagen 🙂 ?

Liebe Nina, danke vielmals, für das tolle Event, gerne immer wieder, liebe Mädels, es war mir ein Fest, euch kennenzulernen, liebe Mitglieder aus dem Nähraum „Horumersiel“, wir sehen uns!

Genießt den Sonntag, eure Elli

P.S. Die Fotos wurden zum Teil von meinenNähkolleginnen gemacht, die ich aber mit ihrer Genehmigung nutzen durfte. 

 

 

 

 

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