Ihr Lieben,

habt ihr auch ein tolles langes Sonnenwochenende?

Wie anders es sich doch bei diesem Wetter lebt! Den ganzen Tag draußen, luftige Klamotten, Wasser mit Eiswürfeln, vor dem Zubettgehe werden die vor Dreck starrenden Kinder gebadet und die schwarzen Ränder unter den Nägeln geschrubbt und abends ist man so richtig schön entspannt kaputt und glüht noch ein bisschen nach von der vielen Sonne auf der winterblassen Haut.

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(Fast) pünktlich zum christlichen Feiertag, möchte ich euch eine kleine Anekdote zum Thema „kindlicher Glaube“ schreiben. Erst mal vorweg: ich bin auf dem Gebiet wahrlich kein Profi, wir gehen an Weihnachten in die Kirche und ich beantworte brav alle Fragen, ich habe auch schon mal aus der Kinderbibel vorgelesen, aber in erster Linie bekommt unsere Kleine in ihrem evangelischen Kindergarten Gebete und biblische Geschichten vermittelt.

Aber nun zur Sache: Zu ganz, ganz besonderen Gelegenheiten, bekommen unsere Kinder mit Gas gefüllte Folienballons. Das ist zum einen der Geburtstag, zum anderen, wenn sie richtig krank sind. Ich hatte euch ja schon von unserem Wochen dauernden Infekt-PingPong dieses Frühjahr berichtet, da war es dann mal wieder so weit und Helen bekam einen Hello Kitty Luftballon. Sie war so unfassbar stolz auf dieses kitschige Teil. Umso mehr überraschte mich dann auch ihre Aussage, nachdem Sie den Ballon zwei Tage gehütet hatte wie ihren Augapfel: „Mama, der liebe Gott ist so lieb, ich möchte ihm etwas schenken. Meinen Hello Kitty-Ballon.“ Ich staunte nicht schlecht und bekam auf wiederholte Nachfrage nach dem Grund immer wieder nur die Antwort „na weil der so lieb ist, will ich ihm den schenken. Der freut sich bestimmt total.“

Ich habe dann noch ein bisschen abgeklopft, ob sie es wirklich ernst meint, da ich keine Lust hatte, anschließend einen neuen Ballon zu besorgen, aber sie blieb beharrlich dabei.

Also stellten wir uns vor die Tür und Helen ließ ihren Ballon los, wild hinterher winkend. Noch lange haben wir ihn mit Blicken verfolgt, erst als er über dem Hügel langsam verschwand und ich leichte Panik hatte, dass er dort in den hohen Bäumen hängen bleibt, sind wir reingegangen.

Noch tagelang hat die kleine Maus davon gesprochen und immer wieder betont, wie sehr sich der liebe Gott bestimmt darüber gefreut hat. Ich bin bis heute erstaunt über diese großzügige Geste, man muss dazu sagen, dass sie sich nicht gerade leichtfertig von ihren Spielsachen trennt. Als ich ihr z.B. die schwierige Situation der Flüchtlingskinder an der Grenze geschildert und Kisten für den Hilfskonvoi gepackt habe, wollte sie, als ich sie gebeten habe, etwas Spielzeug dazu zu packen, lediglich einen selbstgebastelten Papierflieger abgeben 🙂

Beim Mittagessen betet übrigens auch unsere Helen für uns. Am Schluss kommt dann immer „…und grüß Jesus“.

Ist schon etwas besonderes, so ein felsenfester kindlicher Glaube.

Genießt das restliche Wochenende,

eure Elli

 

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