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Ihr Lieben,

das kennt ihr sicher auch, diese Momente wo man so entzückt, erstaunt, verzaubert von den eigenen Kindern ist! Das müssen nicht immer die großen Meilensteine sein wie die ersten Worte oder Schritte, ganz oft sind es die kleinen Gesten, Taten oder Sätze der Mäuse. So ging mir das Herz auf, als Tristan, mein kleiner Rabauke, vor ein paar Tagen zu mir kommt, mein Gesicht in seine kleinen Händchen nimmt und mir einen unfassbar zärtliche Kuss auf die Stirn drückt. So staune ich mit offenem Mund, wenn Helen ganz selbstständig mit ihrem Freund eine Verabredung am Telefon bespricht, Jacke und Schuhe anzieht und alleine lostigert (3 Häuser weiter, aber trotzdem!). Ich könnte noch tausend Beispiele nennen, wie Helen mir die Welt erklärt, Tristan die Welt auf zwei Beinen erobert und erforscht, aber ich möchte euch ein Ereignis vom letzten Wochenende genauer erläutern.

Wie ich ja schon öfter erwähnt habe, ist mein kleines Mädchen – außer zuhause – eher zurückhaltend und schüchtern. Im Urlaub wollte sie ja z.B. auch nicht in den Kids-Club, selbst bei der Mini-Disco hielt sie sich eher im Hintergrund, bei der Kindershow einmal pro Woche wollte und durfte sie natürlich einfach nur Zuschauer sein – wir drängen sie zu nichts. Sie ist alles andere als eine „Rampensau“, wie man bei uns so (un)schön sagt. Noch im Urlaub bekamen wir von ihrer Ballettlehrerin die Nachricht, dass der erste Auftritt bei einer Veranstaltung in der Aula ansteht. Erschwerdend kam hinzu, dass sie aufgrund von Erkältungen und Urlaub seit 5 Wochen nicht im Training gewesen war und ohnehin erst seit Oktober mitmacht.

Vorsichtig fragten wir also nach, ob sie eventuell Lust habe, bei der Aufführung mitzumachen. „Gerne“, kam die spontane Antwort. Okay, meint sie das wirklich ernst? Im Leben rechneten wir nicht damit, dass sie tatsächlich die Bühne betreten würde und wollten ihr auch die unangenehme Situation ersparen. Wir besprachen das Thema also immer wieder mit ihr, doch sie zeigte sich verwundert: „Hab‘ ich doch schon gesagt!“

Helens‘ Bedingung war allerdings ein ordentliches Ballettoutfit nach ihren Vorstellungen, also suchte sie sich Stoff aus dem Fundus aus und ich habe mich ans Nähen begeben.

Entstanden ist ein Regenbogenbody von Schnabelina und ein Tutu nach dem Tutorial von Erbsünde.

An besagtem Tag der Aufführung war Helen total aufgedreht und wir waren froh, am Abend die Aula ohne vorhergehende schwerwiegende Unfälle erreicht zu haben. Die Mädels hatten noch eine Generalprobe und dann marschierte, nein, stolzierte Helen mit ihren Kolleginnen auf die Bühne und hat eine wunderbare Show abgeliefert.

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Ich war so unfassbar stolz, natürlich auch darauf, wie toll sie getanzt hat und wie hübsch sie aussah, doch vor allem auf diese Leistung, auf die Bühne einer mit fremden Menschen voll besetzten Aula zu gehen, darauf, dass sie ihre Scheu überwunden hat, über den eigenen Schatten gesprungen ist und zwar ganz ohne fremdes Zutun, aus ihr heraus!

Kennt ihr auch diese Momente, in denen ihr gar nicht fassen könnt, dass ihr dieses Menschlein geschaffen habt? Dieses Wesen mit ganz eigenem Charakter, Talenten und Fähigkeiten…

In diesem Sinne, genießt es,

eure stolze Elli

 

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