Hallo zusammen,

wir genießen weiterhin den Urlaub und haben mittlerweile fast Halbzeit. Es tut so gut, den ganzen Tag als Familie zu verbringen, ohne lästige Pflichten und Termine. Wir verbummeln die Zeit und leben einfach in den Tag hinein: Schwimmen, Spielen, Essen, Spielen, Spazieren gehen, Lesen, Spielen… Ein klein wenig mehr Kultur oder Sightseeing würde uns Großen schon gefallen, würde aber mit den beiden Mäusen nicht funktionieren. Helen wird beim Autofahren auf den kurvigen Straßen schlecht und Tristan möchte am liebsten selber laufen.

Diese wunderbaren Sonnenaufgänge sehen übrigens nur unsere Männer. Tristan steht natürlich wie immer sehr früh auf, Tobi freut sich und die beiden haben es sich zur Gewohnheit gemacht, morgens, während Helen und ich noch kuscheln, an den Strand zu gehen. Tristan wird aus dem Bett gehoben und rast wie ein Verrückter an die Terassentür und besteht auf seinen Rundgang vorm Frühstück.

Die Kinderanimation hier im Sotavento Beach Club auf Fuerte Ventura ist liebevoll, obwohl wir nur die Kinderdisco und gelegentliche Sonderaktionen wie  Kindeschminken wahrnehmen. Helen will einfach nicht in den Kids-Club und muss natürlich auch nicht. Sie ist einfach kein Freund von fremden Gruppen.IMG_6030

Jetzt  muss ich euch aber meine Überschrift erklären: Als wir in Frankfurt am Gate gewartet haben, waren dort natürlich jede Menge andere Familien, alle mehr oder weniger damit beschäftigt, die Kinder bei Laune zu halten. Eine Mutter stach besonders heraus, weil sie mit ihrem ca. 3-jährigen lauthals gesungen hat. Im ersten Moment dachte ich: „Ach ja, süß.“ Nach 1,5 Stunden, bis wir ins Flugzeug durften, dachte ich „Halt endlich die Klappe“. Sie hat durchgesungen und dabei lustige Tänze veranstaltet. Ich hör jetzt noch „da kam die böse Königin, Königin, Königin…“. Versteht mich bitte nicht falsch, ich gehöre nicht zu der Sparte Mutter, die permanent die Erziehung anderer beobachtet und beurteilt und sich selber als das Maß aller Dinge sieht, aber das war schon heftig. Irgendwann kurz vorm Boarding tauchte dann auch der dazugehörige Mann mit Baby auf und ich konnte nur vermuten, warum er nicht die ganze Zeit dabei stand.

Als wir dann im Flieger saßen konnte ich erst mal aufatmen, aber ratet mal, wer vor uns saß und gleich wieder einstimmte in „Aramsamsam aramsamsam, gulli, gulli, gulli, gulli, gulli ramsamsam“. Mein Verräterkind ist gleich mit eingestiegen und Tobi konnte sich vor Lachen nicht mehr halten. Dank zahlreicher Mitfliegender, die Giftpfeile mit ihren Blicken nach der 5. Runde Kinderspaß geschossen haben, war tatsächlich irgendwann Ruhe und nur noch sporadisch wurde ein wenig geträllert.

Ihr glaubt nicht wie froh ich war, als sie nicht in unserem Bus zum Hotel saß. Ich habe regelrecht gefeiert. Und ihr glaubt aber auch nicht, wer offensichtlich einen Mietwagen hatte und beim Abendessen zwei Tische weiter saß. Zurück am Zimmer wurde ich dann kurz hysterisch und weigerte mich, die Koffer auszupacken, bevor ich nicht wusste, dass besagte Familie ihr Zimmer in einem anderen Block hatte. Zwei Wochen hätte ich das nicht durchgestanden! Aber irgendjemand hatte Erbarmen und sie wohnen gaaanz weit weg am anderen Ende des Clubs. Ich grüße höflich zur Minidisco und sie ist ganz erstaunlich zurückhaltend. Wahrscheinlich habe ich sie aber auch abgeschreckt, indem ich mein Kind im Flieger 3 Stunden lang habe Filme schauen lassen – mit Kopfhörern. Und ich finde ich performe den Lillifee-Tanz in der Minidisco eindeutig besser 😉

Mittwoch haben wir einen wundervollen Tag im Oasis-Park verbracht,  Papageien- und Greifvogelshows geguckt, Giraffen gefüttert, im Botanischen Garten zwischen Kakteen flaniert und viel gestaunt und gelacht. Tristan hatte vor den Großtieren Angst, aber die Vögel, Otter und co. fand er super.

Wie kein Zweiter ist der kleine Mann durch den Zoo gewetzt und hat den ganzen Tag nur eine halbe Stunde im Buggy geschlafen.

Wir hatten übrigens drei Kinder, Helen’s Freundin Lotte war auch dabei und ihr Papa ist später nachgekommen. Ich muss sagen, drei Kinder sind dann eben doch eins mehr. Plötzlich sind die Stöpsel in der Überzahl und wenn alle drei in verschiedenen Richtungen rennen, kommt man schon mal in die Bredouille.

Die Pflanzen hier sind wunderbar und ziehen auch die Kinder in ihren Bann. Bougainvillea in allen Farben, Palmen, wilder Pfeffer, Orchideen und Strilizien.

Heute haben wir einen tollen Ausflug in den Inselsüden gemacht, aber davon bald mehr, ich muss jetzt noch zur Kindershow und dann ein Gin Tonic schlürfen:)

Bis bald, eure Elli

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