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Hallo ihr Lieben,

kennt ihr das auch? Euch fällt zuhause die Decke auf den Kopf, seid müde von der warmen Heizungsluft, die Kinder nehmen um euch herum langsam aber sicher die Bude auseinander und ihr steht kurz vorm Lagerkoller? Bei uns kommt dann noch der Hund hinzu, der einfach dringend raus muss!

Kurzentschlossen verkündet ihr: „Wir gehen jetzt raus!“ und als Antwort folgt „Nein, ich will aber nicht!“.

Das passiert mir in letzter Zeit immer öfter. Tristan wird ja mal noch einfach eingepackt, aber Helen mit ihren fast 5 Jahren hat da schon ihren eigenen Kopf. Besonders wenn es nass und kalt ist, weigert sie sich hartnäckig und schlägt dann gerne vor, dass ich doch alleine gehen solle – was natürlich gar nicht geht.

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Ich frage mich natürlich oft, woher das kommt und denke es liegt daran, dass ein Waldspaziergang absolut nichts besonderes oder abenteuerliches mehr für sie ist, da Helen einfach täglich, manchmal auch mehrfach, mit in den Wald muss! Nun macht es mir aber so gar keinen Spaß, ein laut schreiendes, protestierendes Kind erst in Jacke und Schuhe zu zwängen und dann durch den Wald hinter mir herzuschleifen (wobei es ihr ja meist dann doch Spaß macht, sobald wir draußen sind).

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Also versuche ich die Spaziergänge irgendwie interessant zu gestalten, wobei ich mir bei unserer Frequenz natürlich ständig was Neues ausdenken muss.

Hier meine Top Ten:

  1.  Bastelmaterialien sammeln: Mit Tüte oder Pappkarton losziehen und je nach Saison Blüten, Blätter, Kastanien, Eicheln, Hagebutten etc. sammeln. Aus Farn kann man eine Halskrause, aus Ahornblättern eine Krone basteln. Mit Knete kann man ein verwaistes Schneckenhaus wieder mit Leben füllen, ein Igelgesicht an den Tannenzapfen bauen oder ein Vögelchen für die gefundenen Federn formen. So lässt sich fast jedes Fundstück zu etwas Besonderem verwandeln.
  2. In der dunklen Jahreszeit hilft Licht ungemein! Das kann eine Taschenlampe sein, die Laterne oder aber bei uns gerade der letzte Schrei: Fackeln!                                                      DSC_0013
  3. Schatzsuche: Rund um Ostern ist es natürlich ganz einfach, da fällt dem Osterhasen schon Wochen vor dem Feiertag gelegentlich mal was aus der Kiepe. Da schafft man wunderbar sogar die große Runde. Zu anderen Jahreszeiten gebe ich dann offen zu, dass ich die Schätze verstecke und meistens wechseln wir uns dann ab und ich darf auch mal suchen.
  4. Rollenspiele gehen immer! Wir haben z.B. so kleine Biene Maja-Figuren. Helen spielt meist die Maja, Tobias und ich dürfen Willi, Flip oder Thekla sein und dann schwirren und hüpfen wir durch den Wald!
  5. Ein besonderes Ziel statt unserer Standardrunde macht einen Spaziergang auch gleich attraktiver. Das kann ein Spielplatz sein, die Eisdiele oder auch ein Weiher, wo es gerade Kaulquappen gibt oder wo wir mit Gummistiefeln im Bach waten können. Nachteil ist hier natürlich, dass man meist erst ein Stück mit dem Auto fahren muss, statt gleich von zuhause loszulaufen.P1050328
  6. Kinderschminken: Auch dies spielt in das Thema Rollenspiel rein. Typische Schminkmotive für den Spaziergang sind die Waldhexe, verschiedene Waldtiere aber auch Tiger oder die Meerjungfrau funktionieren – dann „schwimmen“ wir eben durch den Wald und spielen Unterwasserwelt.20151011_172726
  7. Verstecken Spielen: Für mich eine der anstrengendsten Varianten, ein absoluter Klassiker, doch immer wieder erfolgreich. Nichts macht meiner Tochter so großen Spaß wie der Moment, in dem ich „nichtsahnend“ an ihr vorbeilaufe und sie mich aus dem Hinterhalt mit einem lauten „Buh“ erschreckt. Optimalerweise nimmt man für diese Variante noch ein paar Nachbarskinder mit. 20151009_173449
  8. Hütte bauen: Wir bauen mittlerweile seit 2,5 Jahren an ein und derselben Hütte im Wald. Immer wieder muss das Moosdach ausgebessert, eine Wand verstärkt oder die Einrichtung für den Bär, der ganz sicher dort schläft, den wir nur noch nie gesehen haben, verschönert werden.
  9. Picknick machen ist auch hoch im Kurs, nur leider im Winter nicht so oft machbar. Helen trägt ihren Rucksack dann am liebsten selber, drin sein muss noch nicht mal was besonderes, oft reicht ein Apfel und eine Flasche Wasser. Rast und Picknick machen wir am liebsten am Hochsitz!                          20141019_164813
  10. Technisches Equipment jeglicher Art hat auch eine große Attraktivität. Bei uns sind das wahlweise der Fotoapparat (den natürlich Helen benutzt), das Fernglas, eine Lupe oder ein Lupenbecher oder das Schnitzmesser.

Ich hoffe, ihr könnt mit der ein oder anderen Anregung was anfangen und wünsche euch noch einen schönen Abend und viel Spaß draußen =)20151011_170943

eure Elli

 

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